Im Jahre 1914, als der Weltkrieg ausbrach, wurden 31 Männer der Wehr zur Front einberufen wurden. Bis zum Jahre 1917 wurden dann noch weitere 11 Männer zum Heere eingezogen. Damit hatte die Wehr in Gnarrenburg fast alle ihre Mitglieder „verloren“. Nur ein paar ältere Kameraden, 10 an der Zahl, waren noch verblieben. Der Chronik ist hierzu zu entnehmen, dass daher „bei den vorkommenden Bränden die Frauen die Männer ersetzen mussten und öfters sind durch ihre Hände lange Eimerketten gebildet worden“. Also gab es vor über 100 Jahren wohl schon die ersten Frauen in den Feuerwehren.

Mit dem Ende des ersten Weltkrieges kamen 36 Mann zurück, während noch drei in Gefangenschaft verblieben und drei Kameraden gefallen waren.

Mit dem zweiten Weltkrieg wiederholten sich ab 1939 die Ereignisse. Erneut wurden viele Männer zum Kriegsdienst eingezogen und dieses Mal mussten die Jugendlichen den Brandschutz sicherstellen. So wurde 1942 wohl erstmals in Gnarrenburg eine Jugendfeuerwehr aufgestellt, allerdings wohl kaum vergleichbar mit der heutigen Jugendfeuerwehr. Denn auch in den Feuerwehren zog erneut eine starke militärische Prägung ein und erneut fielen drei Kameraden im Krieg, vier wurden vermisst.

Nach den Kriegen galt es die Feuerwehr quasi neu aufzustellen und weiter auszubauen. So kümmerte man sich in der Zeit von 1924 bis 1935 vornehmlich um den Ausbau der Wasserversorgung, baute Zisternen und setzte Filterkästen in den offenen Wasserstellen, z.B. dem Hüttenkanal. 1928 konnte endlich die erste Motorspritze gekauft werden, die damals unvorstellbare 800 Liter pro Minute leisten konnte. Die Anschaffung in Höhe von fast 9.000 Mark hatte sich in den Folgejahren schnell bezahlt gemacht, konnten mit der Motorspritze doch Gebäude gerettet werden, die ansonsten wohl vollständig niedergebrannt wären. So berichtet die Chronik vom Brand des Pfarrhauses oder des Wohnhauses Ringe im Jahre 1931.

Bereits 1935 konnte die Feuerwehr ihren ersten Schlauchwagen in Dienst stellen und hierauf die vorhandenen je 300 Meter B- und C-Schläuche unterbringen.

Im Jahre 1950 wurde dann erstmals das zu klein gewordene Spritzenhaus, welches wie damals noch üblich auch eine Arrestzelle zur Aufnahme von Landstreichern hatte, durch einen Neubau an zentraler Stelle ersetzt. Dieses neue „Gerätehaus“ konnte am 18. August 1950 übergeben werden und steht noch heute in der Ortsmitte. Es hatte erstmals eine Sirenenanlage. Eine neue Tragkraftspritze gab es im selben Jahr ebenfalls. Gezogen wurde die in einem Anhänger untergebrachte TS 8/8 von einem umgebauten Sanitätsfahrzeug der britischen Armee.

Das erste TLF 8

1959 konnte dann endlich das erste „echte“ Tanklöschfahrzeug in Gnarrenburg in Dienst gestellt werden. Mit Zuschüssen des Landkreises wurde ein 35.000 Deutsche Mark teures Fahrzeug, ein TLF 8 mit Heckpumpe auf einem Borgward-Allrad-Fahrgestell mit 1.600 Liter Wassertank, erworben.