Gnarrenburg. Am Samstagmittag des 18. Juli wurden die Ortsfeuerwehren Brillit und Gnarrenburg sowie SEG-Rettungswagen der DRK Bereitschaft Zeven um 13:05 Uhr zu einem gemeldeten Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person auf die Bundesstraße 74 alarmiert.
An der Einsatzstelle bot sich den ersten Einsatzkräften folgendes Bild: Zwei Personenkraftwagen waren nach einem Straßenrennen in den Unfall verwickelt. Ein Fahrzeug stand mit einem Vorderrad im rechten Seitenstreifen im Graben. Die Fahrertür war geöffnet, jedoch befand sich keine Person mehr im Fahrzeug. Der zweite Personenkraftwagen lag auf der linken Fahrbahnseite im Graben. Auf dem Fahrzeug lag ein Baum, der durch den Aufprall abgeknickt worden war. Im Fahrzeug befand sich eine eingeklemmte Person.
Nach einer ersten Erkundung durch Einsatzleiter Rene Stemmermann wurden zwei Einsatzabschnitte gebildet.
Im ersten Einsatzabschnitt stand die technische Rettung der eingeklemmten Person im Mittelpunkt. Unter der Leitung des stellvertretenden Ortsbrandmeisters der Ortsfeuerwehr Gnarrenburg arbeiteten die Besatzungen des Tanklöschfahrzeuges, des Rüstwagens sowie der Rettungsdienst eng zusammen. Zunächst wurde der auf dem Fahrzeug liegende Baum mithilfe eines Stabilisierungssystems und mehrerer Spanngurte gesichert. Anschließend entfernten die Einsatzkräfte den Baum teilweise mit einer Motorkettensäge. Mithilfe eines hydraulischen Rettungsgerätes wurde anschließend eine Rettungsöffnung über den Kofferraum geschaffen. Die Person konnte daraufhin patientenschonend über den Heckbereich auf einem Spineboard aus dem Fahrzeug gerettet und an den Rettungsdienst übergeben werden.
Parallel dazu wurde im zweiten Einsatzabschnitt eine Personensuche eingeleitet. Unter der Leitung des stellvertretenden Ortsbrandmeisters der Ortsfeuerwehr Brillit suchten die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Brillit und Gnarrenburg das Waldgebiet im Umkreis von etwa 200 Metern um das verlassene Fahrzeug ab. Mithilfe einer Menschenkette mit einem Suchabstand von rund fünf Metern konnte die unter Schock stehende Person nach etwa 20 Minuten aufgefunden werden. Bis zum Eintreffen eines weiteren Rettungswagens wurde die Person betreut und anschließend an den Rettungsdienst übergeben.
Im Anschluss an die Maßnahmen stellte sich heraus, dass es sich um eine realitätsnahe Alarmübung handelte. Ziel der Übung war es, das koordinierte Zusammenwirken der beteiligten Feuerwehren und des Rettungsdienstes bei einem komplexen Verkehrsunfall mit technischer Rettung und einer gleichzeitig durchzuführenden Personensuche zu trainieren.
In der anschließenden Nachbesprechung wurden einzelne Abläufe analysiert und Optimierungspotenziale festgehalten, die in zukünftige Übungen und Einsätze einfließen werden. Insgesamt zeigte sich die Übungsleitung mit dem Ablauf der Übung sowie der guten Zusammenarbeit aller beteiligten Einsatzkräfte sehr zufrieden.
Text: Justin Korten (Presse & Öffentlichkeitswart Ortsfeuerwehr Gnarrenburg )
Verantwortlich für die Veröffentlichung:
Lasse Geestmann – Pressesprecher Freiwillige Feuerwehr Gnarrenburg